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Continentale-Studie 2004Continentale-Studie 2004: Die Deutschen haben das Vertrauen in das Gesundheitssystem verloren

Die Deutschen haben das Vertrauen in das Gesundheitssystem verloren

Continentale Krankenversicherung  - Pressemitteilung vom 05.05.2004

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Dortmund/Köln. So düster haben gesetzlich Versicherte noch nie in die Zukunft geschaut: 81 Prozent glauben, dass eine ausreichende medizinische Versorgung durch die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) nicht mehr gewährleistet ist oder dies zumindest in Zukunft nicht mehr der Fall sein wird. Besserung ist ihrer Meinung nach nicht in Sicht, enorm hohe Unzufriedenheit mit dem Gesundheitssystem ist die Folge – so ein erschreckendes Ergebnis der aktuellen, repräsentativen Bevölkerungsbefragung Continentale-Studie 2004, die am 5. Mai veröffentlicht wurde.

Unzufriedenheit wächst dramatisch

Die Ergebnisse sind in allen Bereichen von erschreckender Deutlichkeit: 72 Prozent der GKV-Versicherten sind unzufrieden mit dem Preis, den sie für medizinische Leistungen zahlen müssen – im Vergleich mit der Continentale-Studie 2003 sind dies 21 Prozentpunkte mehr. Und nicht nur der Vergleich mit vergangenen Jahren zeigt die sprunghaft gestiegene Unzufriedenheit. Denn die Continentale-Studie fragt jährlich konkret ab, wie sich die Einstellung der Zufriedenheit nach eigener Einschätzung im Vergleich zum Vorjahr verändert hat. Ergebnis: 74 Prozent der GKV-Versicherten sind in diesem Jahr unzufriedener als vor zwölf Monaten. Gegenüber den Ergebnissen der Studie von 2003 bedeutet dies eine Steigerung von 30 Prozentpunkten. Rolf Bauer: "Dies ist ein enormer Sprung, aber nicht verwunderlich angesichts der aktuellen Einschnitte. Die Menschen fühlen sich nachhaltig verunsichert und können viele Maßnahmen nicht mehr nachvollziehen. Es besteht immenser Informationsbedarf."

Pessimistische Zukunftssicht

Dass die jüngste Gesundheitsreform die richtigen Weichen gestellt hat und sich in Zukunft die Dinge zum Besseren wenden werden, glaubt der überwiegende Teil der Bevölkerung eindeutig nicht. Ganz im Gegenteil: 90 Prozent der GKV-Versicherten sind überzeugt davon, dass sie nur noch durch private Vorsorge eine gute medizinische Versorgung erhalten können. 96 Prozent glauben, dass sie dafür über die GKV-Beiträge sehr viel Geld bezahlen müssen. Entsprechend glauben 83 Prozent der gesetzlich Versicherten, dass ein großer Teil der Bevölkerung schon jetzt oder künftig nicht mehr vom medizinischen Fortschritt profitiert. "Die Bevölkerung sieht Deutschland auf dem Weg in die 2-Klassen-Medizin. Diese Entwicklung müssen alle Beteiligten am Gesundheitswesen aufhalten. Gleichzeitig bedeuten die Aussagen ganz eindeutig eine Absage an die Bürgerversicherung", so Rolf Bauer.

Große Angst vor Krankheit

Es wundert angesichts dieser Ergebnisse nicht, dass die Angst, krank zu werden, sehr groß ist: 76 Prozent der GKV-Versicherten fürchten sich vor einer Krankheit. Fast alle von ihnen (92 Prozent) haben die konkrete Befürchtung, dass ihre medizinische Versorgung von ihren finanzielle Möglichkeiten abhängt. Die Angst, dass sie guten Zahnersatz nur noch mit hohen Zuzahlungen bekommen, belastet 87 Prozent. Je 83 Prozent fürchten, nicht am medizinischen Fortschritt teilhaben zu können und dass ihnen Behandlungen aufgrund ihres Alters oder ihres Gesundheitszustandes verwehrt werden.

Unsichere politische Lage verhindert Vorsorge

Vorsorge zu treffen ist deshalb wichtig, darin sind sich die GKV-Versicherten einig. Auch die Continentale-Studien 2002 und 2003 haben gezeigt, dass das Interesse an Zusatzversicherungen und deren Leistungen hoch ist. Trotzdem: In der aktuellen Studie geben 53 Prozent der GKV-Versicherten an, nicht für den Krankheitsfall vorzusorgen. Der Grund: Die unsichere politische Lage (69 Prozent) und die eigene, finanziell unsichere Situation (62 Prozent). Schließlich fürchten sich gerade überdurchschnittliche viele junge Menschen (71 Prozent) vor Arbeitslosigkeit.

Zusatzversicherungen über die Kassen sind keine Lösung

Angebote, Zusatzversicherungen über die Krankenkassen abzuschließen, überzeugen die meisten Menschen nicht. 77 Prozent der GKV-Versicherten meinen, ein optimales Angebot für eine Krankenzusatzversicherung nur bei einem Vergleich aller Angebote zu finden. "Dies ist ein klares Votum der Verbraucher für den freien Wettbewerb und indirekt auch für die Versicherungsvermittler. Denn einen Marktüberblick bekommt der Verbraucher nur bei ihnen, nicht bei seiner Krankenkasse," so Rolf Bauer.

 

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